Highland Cattle im Naturschutz

Das Schottische Hochlandrind als Landschaftspfleger

Das Hochlandrind eignet sich sehr gut für die extensive Beweidung unter naturnahen Bedingungen. Wesentlich dabei ist es, dass in der Zucht der Tiere darauf Wert gelegt wurde und wird, seine an die rauen Witterungsverhältnisse seiner Heimat angepassten Körpermerkmale und Charakterzüge (Link auf Seite) nicht zu verändern.

Gerade diese Merkmale ermöglichen es, verschiedenste Lebensräume zu erschaffen, zu erhalten, zu pflegen und zu bewirtschaften:

  • besonders gefährdete Lebensraumtypen und schützenswerte Biotope, wie z.B.
        Auwald, Moor- und Heideflächen, Quell- und Wasserschutzgebiete, Feuchtwiesen,
        Hochgebirgslagen ….
  • Grenzertragsflächen, die sich aufgrund extremer Standortfaktoren für eine intensive
        Nutzung nicht eignen
  • Offen- und Halboffenlandschaften, in denen nur ein geringes Pflegemanagement
        stattfinden soll oder darf

Die Haltung des Schottischen Hochlandrinds erfüllt nicht nur Ziele des Landschaftsschutzes. Sie trägt zudem zur qualitativ hochwertigen und ökologisch verträglichen Fleischproduktion bei (Link auf Fleischqualität). Das Schottische Hochlandrind ist dabei eines der wenigen Rinderrassen, bei der die Produktion von der Geburt bis zur Schlachtung ausschließlich auf Extensivgrünland durchführbar ist.

 
 
 

Ganzjahresbeweidung

Oft wird mittels einer Ganzjahresbeweidung versucht, eine naturnahe, lebensraumprägende Wirkung der Beweidung zu erzielen. Das spezifische Fraß-, Tritt- und Weideverhalten der Rinder lässt dabei horizontal und vertikal strukturierte Pflanzenbestände, Gehölzgruppen und gehölzfreie Bereiche, offenen Rohboden und gestörte Stellen entstehen. Es ergibt sich also ein Mosaik aus unterschiedlichen Standorten und Strukturen, das eine hohe Artenvielfalt an Flora und Fauna hervorbringen kann.

Maßgeblich in der Ganzjahresbeweidung ist eine dem Futterangebot angepasste Besatzdichte. Wesentliche Kriterien zur Ermittlung der richtigen Besatzdichte sind der stehende Biomassevorrat und der Süßgrasanteil in der stehenden Biomasse. Auf eine Zufütterung kann, insbesondere  bei geringem Futterangebot durch geschlossene Schneedecken oder bei kältebedingtem Wärmeverlust nicht verzichtet werden.

 
 
 

Naturerlebnis

Die so entstehenden Lebensräume sind nicht nur Refugium für Pflanzen und Tiere. Sie bieten auch ein besonderes Natur- und Freizeiterlebnis für Besucher. Die mit ihren langen Hörnern und zotteligem Haarkleid urtümlich wirkenden Schottischen Hochlandrinder sind dabei eine Bereicherung des Landschaftsbildes. Zudem zeichnen sich die Rinder durch ihr ruhiges und ausgeglichenes Wesen aus, das zur Sicherheit von Besuchern auf frei zugänglichen Flächen beiträgt. Allerdings ist es auch gerade das Erscheinungsbild der Rinder, das zur Beruhigung der Schutzgebiete dient, da die Tiere sehr wehrhaft wirken und Flächen daher weniger unbefugt betreten werden.

 
 
 

Vertragsnaturschutz und Natura 2000

Ein bekanntes Instrument um Extensivierung für den Grundbesitzer wirtschaftlich attraktiv zu gestalten und Nutzungskonflikte zu vermeiden ist der Vertragsnaturschutz. Dieser sieht vertraglich vor, die Durchführung von Pflegemaßnahmen auf einer Fläche z.B. dem Landwirt zu vergüten.

Die Fördermaßnahmen des Vertragsnaturschutzes können auf unterschiedlichsten Grünländern angewandt werden. Dazu zählen bisher intensiv genutzte Flächen, die zunächst naturschutzfachlich verbessert werden sollen, ebenso wie Flächen, die bereits eine hohe Wertigkeit besitzen und nur durch ein gezieltes Bewirtschaftungsmanagement erhalten werden können.

Die rechtlichen Regelungen des Vertragsnaturschutzes obliegen den Bundesländern, die dafür länderspezifische Förderprogramme erstellen.

In Bezug auf europäische Vorgaben ist der Vertragsnaturschutz ein grundlegendes Instrument, um die im Rahmen von Natura 2000 gesetzten Ziele in Deutschland zu erreichen. Unter dem Begriff Natura 2000 wird ein Netz von Schutzgebieten innerhalb der EU verstanden, das länderübergreifend den Bestand von heimischen Pflanzen- und Tierarten sichern soll. Maßgebend für die Errichtung der Gebiete sind Bestimmungen der FFH- und Vogelschutzrichtlinie.

 
 
 

Beispielprojekte

- Stiftungsland Geltinger Birk, SH: www.sn-sh.de
- Veluwezoom, Niederlande / Lauwersmeer, Niederlande: www.lauwersmeerkudde.nl

Unterstützung durch den VDHC

Wenn Sie ebenfalls Schottischen Hochlandrinder halten möchten, unterstützen wir Sie gerne z.B. bei Planung und Aufbau einer Herde.

Sprechen Sie uns an!