Der Richter der 33. Bundesrasseschau des VDHC

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Liebe Züchterinnen und Züchter,

es freut mich außerordentlich, an der Bundesschau 2019 als Showrichter zu walten.

Etwas zu meiner Person: Ich bin 61-jährig, verheiratet und habe einen Sohn. Aufgewachsen bin ich im Kanton Solothurn im Schweizer Mittelland, auf einem Milchwirtschaftsbetrieb, zusammen mit 6 Geschwistern. Nach meiner landwirtschaftlichen Grundausbildung machte ich Praktika in Frankreich und England (wo ich an der Royal Show 1979 durch den HC-Virus angesteckt wurde).

Seit 1981 arbeite ich auf dem Landwirtschaftsbetrieb eines Jugendheimes in Reinach bei Basel, seit 1988 für 30 Jahre als Betriebsleiter. Nun bin ich teilpensioniert.

Von dort aus legte ich 1985 die landwirtschaftliche Meisterprüfung im französischsprachigen Kanton Jura ab.

Seit 16 Jahren arbeite ich nebenamtlich für den Zuchtverband Mutterkuh Schweiz als Experte für die lineare Beschreibung aller Mutterkuh-Rassen (Kühe und Stiere werden nur ins Herdebuch aufgenommen, wenn sie linear beschrieben wurden).

Wohnhaft bin ich seit mehr als 20 Jahren im nahen Elsass.

Auf dem Betrieb des Jugendheimes Erlenhof in Reinach beschäftigen wir verhaltensauffällige oder psychisch beeinträchtigte Menschen. Sie können bei uns erste Arbeitserfahrungen machen und anschließend eine Ausbildung zum Landwirt oder Pferdewart absolvieren. Zu Beginn meiner Zeit im Erlenhof hatten wir nur Pensionspferde. Die Probleme mit der Weidepflege brachten uns dazu, nach einer pflegeleichten Rinderrasse zu suchen, die uns diese Probleme lösen würde. Selbstverständlich erinnerte ich mich an die Hochlandrinder von England. Leider war zu dieser Zeit nur Samenimport möglich. Nur der Zoo Basel und der Nationalzirkus Knie hatten je eine Kuh und einen Stier als Zootiere importieren können. Zum Glück konnten wir 1989 vom Zoo Basel die ersten 2 Kälber und anschließend jedes Jahr 2 weitere kaufen. 1993 konnten wir den ersten Stier importieren und so das Inzuchtproblem lösen. Ein Jahr später wurden die Grenzen im Rahmen eines Projektes zur Beweidung von Grenzertragsflächen geöffnet. Seither konnten wir unsere Herde, die auf 35 Tiere angewachsen ist, mit guten Blutlinien aus Deutschland verbessern. Den ursprünglichen Zweck der Pferdeweidepflege erfüllen unsere Tiere immer noch, sie wurden inzwischen aber auch zu einem wirtschaftlichen Standbein und einem Sympathieträger und pädagogisch/therapeutischen Instrument des ganzen Heimes.

Als Showrichter war ich bisher in Dänemark, Deutschland und Österreich tätig.

   Walter Schluep
Präsident HC-Schweiz