2019 Züchtertreffen in Unterfranken

Hochlandrinder Züchtertreffen in Unterfranken

Das Sommer Züchtertreffen der Schottischen Hochlandrinder Züchter in Bayern fand am 13. Juli in Nüdlingen in Unterfranken statt.

Wir wurden am Hof der Naturweide Saale/Röhn Gbr bereits erwartet. 

Edgar Thomas der mit seinem Sohn einen 300 ha Ackerbaubetrieb leitet und Florian Memmel der sich um die Hochlandrinder Herde kümmert, gaben uns einen Überblick über die Bewirtschaftungsform und die Tierhaltung. Nach einer Umfangreichen Einweisung ging es in zwei bereitgestellten Kleinbussen los, Ziel waren die Weideflächen in der fränkischen Toskana. Die 25 Mutterkühe die Florian betreut liegen verstreut in einem Radius von 10 km. Da die Unterfränkische Region klein Parzelliert ist, ist es schwierig zusammenhängende Flächen zur Beweidung zu finden. Unser Erster Stop ist in der Nähe von Nüdlingen. Hier werden auf einer Fläche von rund 3 ha 10 Mutterkühe mit Nachzucht gehalten. Der Blick schweift über die Röhn mit ihrem höchsten bayerischen Berg dem Kreuzberg und obwohl das Mittelgebirge so naheliegt sind auch dort die erforderlichen Niederschläge in diesem Sommer ausgeblieben. Es sind nicht alle Tiere Herdbuchtiere. Aber für den Einsatz in der Landschaftpflege ist dies für Florian auch nicht unbedingt erforderlich. Die Fahrt geht weiter Richtung Bad Kissingen. In der Nähe rattern Motorkross Maschinen über einen Sandparcour. Die Herde die hier grast läßt sich davon allerdings nicht stören. Florian erklärt uns wie schwierig es ist hier bei diesen Bodenbedingungen einen Weidezaun zu errichten. Die Humusauflage ist gering und der Untergrund besteht aus Sandstein und anderen harten Gesteinsarten. Nur mal so ein Loch für einen Weidezaunpfahl zu graben ist eigentlich nicht möglich. Die ruhigen Tiere akzeptieren auch einen gesteckten Weidezaun.

Beim Mittagessen im Gasthaus Bärenburg - es gibt Fränkisches Hochzeitsessen natürlich vom Rind - ist Zeit für einen Erfahrungsaustausch. Markus, Florians Vater erzählt, dass er mit der Milchwirtschaft aufgehört hat. Umsatz war immer da, aber der Gewinn wurde immer weniger. Ohne Tiere wollte er aber nicht sein und so unterstützt er jetzt die Naturweide. Den offengelassenen Stall stellt er im Winter für die Highlands zu Verfügung. Nicht alle Weiden haben Wasseranschluss deshalb ist es im Sommer nötig Wasser zu fahren und das wäre im Winter zu aufwendig. Die noch vorhandenen Maschinen und Gerät verleiht er ebenfalls an die Naturweide GbR. Es geht weiter Richtung Rottershausen. Hier oberhalb der Autobahn an der A71 haben wir einen Überblick über die Landschaft, der Wassermangel ist weithin sichtbar mehr braun als grün. Die mitgereisten Züchter aus der Oberpfalz berichten, dass es bei ihnen noch schlimmer sei, kein grüner Halm mehr auf der Weide, es muss schnell regnen. Auf der Weide stehen Büsche und Bäume dies beeinflusst die Vegetation im positiven Sinn. Es ist die dritte Herde die wir uns anschauen und die Unterschiedlichen Abstammungen der Tiere Auch aus alten Blutlinien sind gut zu erkennen. Eine Färsenweide im Wald und eine Jungbullen Herde stehen noch auf dem Programm.

Nach rund 60 km Rundreise sind wir wieder am Hof in Nüdlingen. Edgar hat sich bereits um Kaffee und Kuchen gekümmert und wir sitzen im Garten in lockerer Gesprächsrunde. Ich frage Edgar nach seiner Absicht, wie es mit der Haltung und Vermarktung weiter gehen soll. Es besteht bereits ein Hofladen der von seiner Frau geführt wird. Dort gibt es Eier von den eigenen Hühnern, Nudeln und einige Landwirte aus der Region bringen Gemüse und andere landwirtschaftliche Produkte die von den Kunden gerne angenommen werden. Hier soll noch investiert und die Direktvermarktung weiter entwickelt werden. Auch soll die Landschaftspflege ausgebaut und intensiviert werden. Die weiten Wege werden in Kauf genommen um auch mit den Tieren zu werben. Es gibt noch mehr Pläne, aber dafür braucht es Zeit. Und Zeit nimmt er sich denn am nächsten Tag geht es erst mal für einige Tage in Urlaub, nach Südtirol zum Wandern mit der Familie. Wir bedanken uns bei Florian für einen kurzweiligen eindrucksvollen Einblick in die Haltungsform Landschaftspflege und wünschen Edgar einen erholsammen Urlaub und dass es bald regnet.

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Bulle Harry v. Holledau mit seinen Mutterkühen Sissi, Gemma und Leila